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 Wettermast
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Der Sturm Christian vom 28. Oktober 2013

Zugverkehr eingestellt, Flüge gestrichen, Straßen gesperrt. Am 28. Oktober 2013 nachmittags zieht Sturmtief Christian von England und den Niederlanden kommend über Norddeutschland hinweg. Hamburg erlebt nach mehreren Jahren Pause wieder einen richtigen Herbststurm. An unserem Wettermast in Billwerder messen wir die stärksten Böen in einem Herbst seit Beginn unserer Aufzeichnungen Anfang 2004 und die drittstärkste Bö überhaupt.

Den Film unserer Wetter-Kamera finden Sie unter Wetter-Filme.

Die folgende Abbildung zeigt die maximalen Windspitzen in jeder Minute. Der Sturm schlägt dreimal zu im Abstand von jeweils einer Stunde. Die stärkste Bö in 10 m Höhe ist die erste um 13.52 Uhr und erreicht 25,2 m/s (90,7 km/h). Die anderen beiden liegen bei 22,1 und 22,8 m/s. In 50 m Höhe ist dagegen der zweite Schlag der stärkste mit 29,5 m/s (106,3 km/h), während der erste nur 25,7 und der dritte 27,4 m/s erreicht. Die höchsten Werte messen wir naturgemäß in 280 m Höhe. Hier erreicht die mittlere der drei Böen Werte von 35,4 m/s (126 km/h).



Das Zentrum des Tiefs zieht ein Stück weit nördlich an Hamburg vorbei über die Nordsee und Dänemark. Die Aufzeichnung des Luftdrucks zeigt den kontinuierlichen Druckabfall seit Tagesbeginn von etwa 1000 hPa bis auf 986,8 hPa um 13.38 Uhr und den starken Anstieg in den Stunden danach. In dieser Zeit treten die höchsten Windgeschwindigkeiten auf.

Der Sturm mit südwestlichen Windrichtungen transportiert milde Luft heran, die Werte erreichen 18 °C. Die Taupunkttemperatur, die auf der zweiten Abbildung dargestellt ist, ist ein Maß für den Wasserdampfgehalt in der Luft und unabhängig von der Lufttemperatur. Unterschiedliche Taupunkttemperaturen kennzeichnen daher unterschiedliche Luftmassen bzw. Sprünge in der Taupunkttemperatur den Durchzug von Luftmassengrenzen. Hier lässt sich gut erkennen, dass jede der drei Sturmböen wird dem Durchzug solcher Fronten verbunden ist.


Der Druchzug der Front zeigt sich auch in der Bewölkung. Nach dem mehrstündigen Regen in den Morgenstunden verbleibt zuächst eine dichte Wolkendecke in etwa 1000 m Höhe. Mit Durchzug des Tiefs wird diese abgelöst durch höhere Wolken, durch die auch zeitweise die Sonne scheint.






Text: Ingo Lange

| Verändert am 28. März 2017 von Ingo Lange