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 Wettermast
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Der „Wolkenbruch“ vom 1. August 2002

Am Donnerstag, den 1. August 2002, gab es am späten Nachmittag einen Starkregen mit zuvor nie gemessener Intensität. Innerhalb von 30 Minuten wurden in Hamburg je nach Lage zwischen 50 und 100 mm Niederschlag registriert. Die Feuerwehr musste den Ausnahmezustand ausrufen, Keller und Straßen waren überflutet, das Sielsystem überlastet. In den westlichen Stadtteilen rutschten Hänge ab, Straßen wurden unterspült.

Am Wettermast Hamburg haben wir zwischen 16.30 und 17.30 Uhr etwa 50 mm Niederschlag gemessen. Dabei traten Intensitäten von bis zu 2,8 mm/min auf. Fast eine Stunde lang lag die minütliche Regenmenge über 0,5 mm, 10 Minuten lang sogar über 2,0 mm. Daneben sieht der ebenfalls sehr kräftige Schauer vom Vortag relativ harmlos aus.

Am Tage lagen die Temperaturen um 30 °C, die relative Feuchte über 50 %. Bei diesen fast tropischen Verhältnissen liegt die Taupunkttemperatur bei etwa 18 °C, die Luft enthält 15 g H2O pro m3. Durch die schlagartige Abkühlung der Luft um 10 K von fast 30 auf unter 20 °C steigt die relative Feuchte dann auch auf 100 %.

Die Ausschläge in der Grafik der Taupunkttemperatur nach oben und unten zu Beginn des Schauers sind auf rechnerische Effekte zurückzuführen, die entstehen, weil die zugrunde liegenden Messgeräte für Temperatur und Feuchte unterschiedlich schnell auf die nahezu augenblicklichen Änderungen reagieren.

Der Luftdruck zeigt zwar wie bei vielen kräftigen Schauern einen Anstieg, aber wie hier in einer Höhe von 5 hPa von 1004 auf 1009 hPa wurde dieses „Mini-Hoch“ von uns am Wettermast noch nie gemessen. Von diesem Schock musste sich das Messgerät wohl auch erst einmal erholen und versagte kurz darauf zwischen 19 und 20 Uhr seinen Dienst.

Ebenfalls einmalig ist der Verlauf der Globalstrahlung. Als sich der Himmel kurz vor Beginn des Schauers verdunkelt, fällt sie auf 0 W/m2 ab. Bei wolkenlosem Himmel beträgt sie um diese Zeit immerhin 700 W/m2.

Nicht rekordverdächtig ist die Windgeschwindigkeit. Im 5-Minuten-Mittel werden in 250 m Höhe nur 15 m/s (54 km/h) erreicht, in 10 m Höhe etwa 12 m/s (43 km/h).

Bei den dargestellten Werten handelt es sich meist um Mittelwerte über 1 Minute, beim Wind über 5 Minuten.











Text: Ingo Lange

| Verändert am 28. März 2017 von Ingo Lange