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 Wettermast
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Das Gewitter vom 18. Juni 2002

Nach einem heißen Tag mit Temperaturen über 30 °C kommt es am Abend gegen 20 Uhr zu einem Gewitter mit einem Verlauf wie aus dem Lehrbuch (unter den Grafiken finden Sie Fotos vom Geschehen). Bereits um kurz vor 19 Uhr verdunkeln die ersten Wolken den Himmel von Westen her, die Globalstrahlung sinkt dadurch auf unter 100 W/m². Um kurz nach 20 Uhr dreht der Wind von Südost um fast 180° auf Nordwest. Wenige Minuten später treten starke Böen auf. Die Windgeschwindigkeit beträgt im 5-Minuten-Mittel über 10 m/s (36 km/h) in 10 m Höhe und über 20 m/s (72 km/h) in 250 m Höhe. Zur gleichen Zeit fällt die Temperatur innerhalb von nur 15 Minuten von 30 auf 20 °C ab. Die relative Feuchte steigt dadurch von trockenen 40 % auf über 90 %. Zu einem ersten kräftigen Schauer kommt es in den Minuten vor 20.30 Uhr mit Intensitäten bis 0,5 mm/min. Insgesamt fallen während dieses Schauers etwa 4 mm Niederschlag. Zu einem weiteren Schauer kommt es um 23 Uhr. Der Luftdruck konnte wegen eines technisches Defekts vor dem Gewitter leider nicht aufgezeichnet werden. Die Grafik setzt daher erst um etwa 23 Uhr ein.

Bei den dargestellten Werten handelt es sich meist um Mittelwerte über 1 Minute, beim Wind über 5 Minuten.











Die folgenden Fotos entstanden am Alsteranleger in der Hamburger Innenstadt, etwa 5 Kilometer nordwestlich vom Wettermast. Der Blick geht in nördliche Richtungen, so dass das Gewitter von links nach rechts zieht. Die Ereignisse hier und in Billwerder liegen etwa eine Stunde auseinander.

Um 18.40 Uhr zieht von Westen her immer dichtere Bewölkung heran. Die Fontäne auf der Binnenalster zeigt aber noch einen Wind aus Osten an.

Etwa eine halbe Stunde später jedoch hat sich der Wind um 180° gedreht. Das Wasser der Fontäne zeigt Westwind an.

Der Blick über das Hapag-Lloyd-Haus gen Nordosten zeigt deutlich den Rand der Bewölkung, der sich immer weiter nach Osten bewegt. Der Himmel verdunkelt sich zusehends, Einheimische wie Touristen genießen aber immer noch die Temperaturen um 30 °C.

Vom Hotel Vier Jahreszeiten im Westen rollt um 19.30 Uhr das Unheil langsam heran. Noch regnet es nicht, aber aus der Ferne ist bereits Donner zu hören.

Kurz darauf vertreibt das Gewitter auch den letzten Menschen von der Straße. Etwa 20 Minuten lang dauert der Schauer. Das Wasser der Fontäne wird von den Böen bis auf den Ballindamm geweht.

Man beachte, dass wegen der Dunkelheit die Straßenbeleuchtung bereits eingeschaltet wurde, der Sonnenuntergang jedoch erst zwei Stunden später um 21.45 Uhr ist!

Text und Fotos: Ingo Lange

| Verändert am 28. März 2017 von Ingo Lange